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Sonntag, 25. Dezember 2016

Weihnachtsgedicht

Jedes Jahr, muss man gestehen,
uns die gleichen Fragen quälen
und wir suchen nach Ideen:
welche Geschenke soll’n wir wählen?
Was wollen wir zu Weihnachten
heuer unseren Lieben schenken?
Ein neues Jahr, in dem wir sie lieben und achten
und voll Rücksicht an sie denken!

Verfasser: unbekannt


Donnerstag, 22. September 2016

Herbstgedicht

Es wird schon recht bedenklich kühle,
Und schwächlich sind die Sonnenstrahlen,
Die zitternd auf dem Bürgersteige
Fast buttergelbe Kringel malen.

Das Laub wird täglich gelb und gelber;
Allmählich fällt es von den Bäumen,
Und jeder, der nur halb gebildet,
Muß Angesichtes dessen träumen.

Das Alter naht im raschen Laufe,
Und alles Sträuben ist vergebens;
Die Haare bleichen und verschwinden.
So ist Natur ein Bild des Lebens.

Ja, ja, es füllen sich die Herzen
Mit sonderbarer Todesahnung.
Und was wir in den Straßen sehen,
Ist auch nur eine leise Mahnung.

Die Witwen kommen von den Gräbern,
Die sie mit aller Liebe schmückten,
Man sieht die Spuren ihrer Tränen,
Die sie im schönen Aug' zerdrückten.

Man fühlt beim Anblick solcher Szenen
Den ganzen Frost der Lebenslage,
Und die verhängnisvolle Kürze
Der uns beschiednen Erdentage.


Ludwig Thoma (1867-1921)

Sonntag, 17. April 2016

Frühlingsgedicht

Die Sonne lacht, es lacht das Herz,
vorbei ist es mit dem Winterschmerz.
Der Krokos kommt mit aller Pracht
und zeigt uns seine Blütenpracht.
Die Ferien nahen, man glaubt es kaum,
der Urlaub bleibt nicht nur ein Traum.
Sonne, Sonne komm herbei
und teil die Wolkenschicht entzwei.
Dann blühen auch die Blümelein,
wachsen prächtig und gedeihen.
Die Kinder warten auf die heißen Tage,
um zu genießen das kühle Nass im Bade.
Auch ein Eis genießt man lieber,
scheint die Sonne auf uns nieder.
Nun schreib ich hier so ein Gedicht,
nur der Sommer ist noch nicht in Sicht.
Alle freuen sich und warten,
lieber Sommer du kannst starten.

J. Wachtmann
(Hausarbeit Deutsch 7. Klasse)


Samstag, 21. März 2015

Richard von Wilpert - Nur einmal bringt des Jahres Lauf

Nur einmal bringt des Jahres Lauf

Nur einmal bringt des Jahres Lauf
uns Lenz und Lerchenlieder.
Nur einmal blüht die Rose auf,
und dann verwelkt sie wieder;
nur einmal gönnt uns das Geschick
so jung zu sein auf Erden:
Hast du versäumt den Augenblick,
jung wirst du nie mehr werden.

Drum lass von der gemachten Pein
um nie gefühlte Wunden!
Der Augenblick ist immer dein,
doch rasch entfliehn die Stunden.
Und wer als Greis im grauen Haar
vom Schmerz noch nicht genesen,
der ist als Jüngling auch fürwahr
nie jung und frisch gewesen.

Nur einmal blüht die Jugendzeit
und ist so bald entschwunden;
und wer nur lebt vergangnem Leid,
wird nimmermehr gesunden.
Verjüngt sich denn nicht auch Natur
stets neu im Frühlingsweben?
Sei jung und blühend einmal nur,
doch das durchs ganze Leben!
Richard von Wilpert

Freitag, 27. Februar 2015

Christian Wernicke - Schweigen und Reden

Schweigen und Reden

Es hat ein jeder Mensch mehr Fehler zu verstecken,
Als er Geschicklichkeit der Welt hat zu entdecken;
Drum kommt der immer besser an,
Wer schweigen, als wer reden kann.
Denn weil sich jener nur allein von außen zeigt,
So zeiget dieser sich von innen:
Man kann sehr viel bei dem der schweigt
Verlieren; und sehr viel bei dem der spricht, gewinnen.

Autor: Christian Wernicke

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Zeit für ein Danke

Zeit für ein Danke

Wieder ein Stück Weg hinter mir gelassen,
Zeit, das ein und andere abzuschliessen.
Vergangenes wertschätzen,
das Gute weiterleben lassen,
aus dem Schlechten lernen.
Mit dem kleinen Wort Danke
Grosses aussprechen
und damit im Guten
den Weg nach vorne gehen.

(© Monika Minder)

Dienstag, 24. Dezember 2013

Liesetraud Witte - Wunschzettel

Wunschzettel

Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann,
dass ich, was ich nicht ändern kann
nun endlich lerne hinzunehmen
und mir ganz feste vorzunehmen,
das anzupacken, was auch geht –
auch wenn der Wind dagegen weht.

Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann,
dass ich unterscheiden kann:
Was ist wichtig? Was ist´s wert?
Was hat mich umsonst beschwert?

Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann,
dass ich Not erkennen kann,
dass ich seh´, was Nachbarn quält,
dass ich helfe, wo es fehlt.

Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann………
Wohl dem, der das noch sagen kann!

Liesetraud Witte

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Ein Gedicht über Wasser

Ein Gedicht über Wasser war die Hausaufgabe in der 6. Klasse. Dieses Gedicht fand, sehr zum Leidwesen der Autorin, viel Zuspruch. Nun ist das Gedicht Bestandteil des Projekts "Tanz macht Schule", welches heute in der Stadthalle Verden aufgeführt wird.

Wasser ist zum Waschen da.
Aber auch zum Zähneputzen,
kann man es benutzen.
Nicht nur der Mensch allein
trinkt vom kostbaren Gänsewein.
Die Natur durstet oft nach Regen,
drum trinkt auch sie aus der Quelle des Lebens.
Die Fische in den Meeren,
brauchen das Wasser um sich zu nähren.
Wasser ist der Quell des Lebens,
drum sollte es nie verschüttet werden vergebens.
Wasser trägt die Schiffe fort,
an manchen unbekannten Ort.
Liebe Leute lasst Euch sagen,
Wasser tut gut an heissen Tagen.
Und an kalten Wintertagen,
treibt an das kühle Nass,
zur grißen Vorsicht, nicht zur Hast.
Oft ist Wasser so gefährlich,
und doch für alle unentbehrlich.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Joachim Ringelnatz - Weihnachten

Weihnachten

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit.

Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
dass die kleinste Welt die größte ist.

Freitag, 20. September 2013

Joachim Ringelnatz - Freude

Freude

Freude soll nimmer schweigen.
Freude soll offen sich zeigen
Freude soll lachen, glänzen und singen.
Freude soll danken ein Leben lang.
Freude soll dir die Seele durchschauern.
Freude soll weiterschwingen.
Freude soll dauern ein Leben lang. 


Joachim Ringelnatz (* 7. August 1883 in Wurzen; † 17. November 1934 in Berlin; eigentlich Hans Gustav Bötticher)

Mittwoch, 20. März 2013

Gedicht zum Frühlingsanfang

Es grünen die Bäume

Es grünen die Bäume des Waldes,
es kündigt der Frühling sich an,
hinweg mit dem frostigen Winter,
der Frühling ist ein sanfter Mann!
Die langen goldnen Strahlen,
sie sind wie ein langes Haar!
Die Veilchen im tiefen Grase
sind blau, wie ein Augenpaar!

Friederike Kempner (* 25. Juni 1828 (nach ihren eigenen Angaben 1836) in Opatów, Provinz Posen; † 23. Februar 1904 auf Gut Friederikenhof bei Reichthal, Schlesien)

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Noch ein Gedicht: Es war einmal....

Und wieder ein Erguss der Gedichtkunst aus der 5. Klasse.

Es war einmal....

Es war einmal ein Schloss,
dort wohnten drin Boss Hoss.
Ihr Ross das frisst mit Biss,
drum müssen sie es küssen,
damit sie es nicht büßen müssen.
Das Ross das hatte lange Weile,
sie trieben es zur großen Eile.
Das Pferd jedoch die Eile hasst,
drum legt es ein ´ne lange Rast.
Zur guter Letzt will ich wohl meinen,
das schwergefallen ist mir das Reimen.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Weihnachten

Aufgabe in der 5. Klasse war ein Weihnachtsgedicht zu schreiben. Bedingung waren die Anfangsbuchstaben von Weihnachten in der senkrechten Schreibweise, die  bilden die Anfangsbuchstaben für das erste Wort jeder Zeile und damit war auch die Anzahl der Zeilen festgelegt. Hier ist das Ergebnis, einen kleinen Break in der Mitte, sonst aber wirklich gut.

Weihnachten

Wer war denn bloß der Weihnachtsmann?
Er ist doch der, der alles kann.
Ist er denn auch nicht erfunden?
Habs noch nicht herausgefunden.
Na dann werd`ich wohl mal fragen,
Ach die Eltern werdens mir schon sagen.
Christkind komm zu uns nach Haus!
Hohle deine Sachen raus.
Tolle Kinder sind zu Haus.
Endlich ist`s soweit,
Neugierig warten wir zu zweit.

Montag, 17. September 2012

Ein Babygedicht

Es ist die Liebe, die Gestalt angenommen hat,
Glück, das den Atem nimmt.
Zärtlichkeit, für die es keine Worte gibt.
Eine kleine Hand,
die zurückführt in eine Welt,
die man vergessen hat.

Septembermorgen

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike 1827

Samstag, 14. Juli 2012

Karlhans Frank - Eine runde Bücherwoche

Am Sonntag bin ich in Lappland gewesen.
Am Montag traf ich mich mit Chinesen.
Am Dienstag sprach ich unterm Berg
mit einem grauhen Zwiebelzwerg.
Am Mittwoch löste ich mit Knall
einen arg verwickelten Krimifall.
Am Donnerstag flog ich mit Freunden zum Mond:
ich sag dir: Die Reise hat sich gelohnt.
Am Freitag wurde ich selbst zum Pferd;
mein Reiter war böse und meiner nicht wert;
ich trat ihm mit Freude auf die Hand
und bin dann in die Prärie gerannt.
Am Samstag hab ich im Märchenwald
einen tückischen Riesen eine geknallt,
bin über sieben Berge gehopst,
hab Ratkäppchen zweimal die Mütze gemopst.
Die nächste Woche wird auch eine Pracht-
Mama hat mir neue Bücher gebracht.

Quelle: Aus der Unterrichtsmappe der 2. Klasse der Grundschule Völkersen.

Samstag, 7. April 2012

William Ernest Henley - Invictus

Out of the night that covers me,
    Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
    For my unconquerable soul.

In the fell clutch of circumstance
    I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
    My head is bloody, but unbow'd.

Beyond this place of wrath and tears
    Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
    Finds and shall find me unafraid.

It matters not how strait the gate,
    How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate:
    I am the captain of my soul.

Donnerstag, 5. April 2012

Günter Grass - Was gesagt werden muss

Günter Grass, aus der Süddeutschen Zeitung am 4. April 2012


Was gesagt werden muss

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.
Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?
Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er missachtet wird;
das Verdikt "Antisemitismus" ist geläufig.
Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, alles vernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muss.
Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.
Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muss,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.
Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
dass eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.
Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.
(Günter Grass, 2012)

Dienstag, 20. Dezember 2011

Hedwig Urbanits - Weihnachtszeit

Weihnachtszeit
©  Hedwig Urbanits

Boden saugen, Sträucher stutzen,
allen Kindern Nase putzen,
Kekse, Torte, Strudel, backen
vorher noch schnell Nüsse knacken.

Rasch in die Geschäfte laufen,
viele schöne Dinge kaufen,
von der Liste dann abhaken,
alles weihnachtlich verpacken.

Halt, was ist nun in dem Päckchen,
war'n es Schuhe, war`s ein Jäckchen?
Aufgemacht und nachgesehen -
gleich mit Namensschild versehen.

Gott sei Dank, das wär' gelungen!
Mit den Kindern rasch gesungen,
die Geschichte vorgelesen,
ach, der Tag ist kurz gewesen.

Morgen steht auf dem Kalender:
"Weihnachtspost" und "gold'ne Bänder"
Post geschrieben - Band gebunden,
nun geht's in die letzten Runden.

Gäste sind noch einzuladen
und die Kinder noch zu baden,
sie zum Bravsein zu verpflichten,
Baum zu schmücken, Jause richten.

Fein, heut wird es mir gelingen,
mir ein Stündchen abzuringen,
zur Besinnung vor dem Feste
und dem Eintreffen der Gäste.

So streb' ich der Couch entgegen
um mich rasch noch hinzulegen.
Ach, wie wird mich das erquicken,
doch da hör' ich es schon klicken.

Stürmisch tönt der Gong vom Tor her -
ich vergeß' den Traum von vorher.
"Liebe Gäste, seid willkommen!"
Jause wird rasch eingenommen.

Und die Kinder fragen bange:
"Dauert dieser Tag noch lange?"
Endlich wird es langsam düster,
lauter wird das Festgeflüster.

Baum geschmückt, Kerzen gefunden,
Plattenteller dreht die Runden.
Schnell das Glöckchen noch geschwungen
und das Weihnachtslied gesungen.

"Dürfen wir nun endlich schauen,
an den Gaben uns erbauen?"
"Nichts da - aufgestellt und lachen,
Vater will noch Bilder machen."

Nun ist niemand mehr zu halten,
bei den Jungen und den Alten
ist die Neugier riesengroß:
"Was bringt mir das Christkind bloß?"

Rasch die Päckchen ausgeteilt
und zum Sessel dann geeilt,
um zu ruhen nach der Plage
der vorweihnachtlichen Tage.

Fast schon wär' ich d'raufgesessen.
Blitzgedanke - Abendessen!!
Riecht es da nicht sehr verdächtig?
Blick ins Rohr - die Gans ist prächtig!

Kein Gedanke mehr für Pause,
Tisch befrei'n vom Rest der Jause,
aufgedeckt und angerichtet -
und auf's Ausruh'n wird verzichtet!

Freitag, 17. Juni 2011

Das Feuer von James Krüss

Und wieder was aus dem Grundschulunterricht der 3.Klasse. Interessant ist, dass James Krüss der Autor von "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen 1962" ist. Sicherlich nicht so bekannt..

Das Feuer

Hörst du, wie die Flammen flüstern,
Knicken, knacken, krachen, knistern,
Wie das Feuer rauscht und saust,
Brodelt, brutzelt, brennt und braust?
Siehst du, wie die Flammen lecken,
Züngeln und die Zunge blecken,
Wie das Feuer tanzt und zuckt,
Trockne Hölzer schlingt und schluckt?
Riechst du, wie die Flammen rauchen,
Brenzlig, brutzlig, brandig schmauchen,
Wie das Feuer, rot und schwarz,
Duftet, schmeckt nach Pech und Harz?
Fühlst du, wie die Flammen schwärmen,
Glut aushauchen, wohlig wärmen,
Wie das Feuer, flackrig-wild,
Dich in warme Wellen hüllt?
Hörst Du, wie es leiser knackt?
Siehst du, wie es matter flackt?
Riechst du, wie der Rauch verzieht?
Fühlst du, wie die Wärme flieht?
Kleiner wird der Feuerbraus:
Ein letztes Knistern,
Ein feines Flüstern,
Ein schwaches Züngeln,
Ein dünnes Ringeln –
Aus.


James Krüss (* 31. Mai 1926; † 2. August 1997)